Benutzername   Passwort       Forgot your password?  Forgot your username?  Create an account
Created by Martiinkolle.dk
AddThis Social Bookmark Button
German Bulgarian Czech English French Hungarian Polish Romanian Russian Spanish


Ein Wendepunkt in der Geschichte des Greizer Ringkampfes war das Jahr 1931. Im alten Greizer Verein „Kraftsportliche Vereinigung“, der in der Marienschule trainierte, später dann in der Gaststätte „Grüne Linde“ und schließlich in Tannendorf, kam es zu einem Aufstand der jungen Mitglieder gegen die damalige Vereinsführung.

In Tannendorf vertraten 1931 einige Herren den Standpunkt, dass der Kraftsport nicht mehr wirkungsvoll sei und daher erst einmal pausiert werden müsse. Die Jugend war mit dieser Entscheidung nicht einverstanden und versuchte, neuen Schwung in den Kraftsport zu bringen. Man verlagerte die Ringkämpfe auf die Vororte, und zwar wurde der erste Kampf in die Pohlitzer Naturheilverein- Halle verlegt. Als Gegner wurde Pausa gefordert, und die Greizer Mannschaft gewann vor ausverkauftem Haus 4:3. Kurz darauf folgte der zweite Wettkampf gegen Plauen in der ausverkauften Turnhalle Hermannsgrün. Auch diesen konnte Greiz mit 5:2 gewinnen.

Ab 15. Oktober 1931 wurde eine neue Kraftsport- Abteilung gegründet. Es waren acht etwa 20-jährige Burschen, und zwar Ewald Roth, Erhard Roth, Siegfried Semper, Rudolph Gebhardt, Kurt Ditscherlein, Albert Schneider, Paul Neuparth. Von diesen acht kehrten vier nicht aus dem Zweiten Weltkrieg zurück.

 

Rudi Gebhardt erinnert sich (gekürzt): „Nachdem die Gründung vollzogen war, galt es eine Stätte für Training und Wettkampf zu finden. Die Jahnturnhalle wurde einstimmig gewählt. Die Matte frei und es ging los. Im Oktober 1931 begann in der Jahnturnhalle ein neuer Kraftsport-Aufstieg in Greiz. Ein Jahr später löste sich der alte Verein auf, denn er kam trotz mehrfachen Bemühens nicht mehr auf die Beine. Die Jugend hatte in der Jahnturnhalle das Sagen, und die Zuschauermassen waren begeistert und bildeten schließlich das Rückgrat des Vereins. 1932 galt Greiz bereits über alle Gaugrenzen hinaus als Ringerhochburg. Dieser Ruf und Ruhm konnte ohne Zweifel bis heute gehalten werden. Seit 1931/32 bis zum heutigen Tag sieht man in der Jahnturnhalle laufend kraftvolle, technisch gekonnte Ringkämpfe und das Haus ist immer voller Zuschauer. Dieses Ziel war 1931 gesteckt worden und ist auch erreicht worden.

1932 wurde in Pausa die Kreismannschafts-Meisterschaft von unserer Mannschaft hart erkämpft. Die Entscheidung fiel hier nachts zwei Uhr. Darauf folgte sofort der Aufstiegskampf in die Sächsische Gauliga. Greiz gegen Planitz war die Paarung. Wieder siegten die Greizer in Planitz und in Greiz im Vor- und Rückkampf. Der Aufstieg in die Gauliga war geschafft.

Die einzige Sportart in Greiz war Ringen, die diese hohe Region geschafft hatte. Der Jubel war groß. Jetzt mussten auch die Greizer Ringer in der Sächsischen Gauliga beweisen, was sie können. Dresden, Chemnitz, Leipzig, Gelenau, Thalheim und so weiter waren die großen Gegner. Auch hierbei kam es zu großen Erfolgen, und Greiz konnte einen guten Mittelplatz in der Gauliga festigen, obwohl Greiz als einzige thüringische Stadt dabei manchmal offensichtlich von den sächsischen Repräsentanten benachteiligt wurde.

Man entschloss sich schließlich, von Sachsen nach Thüringen zu gehen und dort an Wettkämpfen teilzunehmen. Auch hier in Thüringen erkämpfte die Greizer Ringermannschaft sofort beim ersten Start wieder die Gauligaklasse. Leuna, Jena, Zella-Mehlis, Viernau und Gera waren die großen Gegner. Diese Klasse wurde bis zum Kriegsausbruch gehalten, mit großen Erfolgen sogar bis zur Spitze der mitteldeutschen Meisterschaft herankommend. Greiz ist bis heute noch nicht aus der Gauliga entlassen. Die Ringerhochburg Greiz brachte außer den Punktkämpfen Freundschaftsgegner in die Jahnturnhalle, die heute noch in Erinnerung sein werden, wie zum Beispiel Hof, Königsberg, Bamberg, Polizei Nürnberg und so weiter. Es kam schließlich soweit, dass man sich in Berlin entschloss, Greiz mit in die Deutsche Extraklasse einzureihen und hier außer nationalen auch internationale Kämpfe zuzulassen. Daraufhin kam in Greiz das große Ringerturnier Deutschland – Finnland zur Durchführung. Hierzu stellten die Greizer aus ihren eigenen Reihen die Kameraden Hoffmann, Stottmeyer, Wahl, Höppner und noch andere Ringer auf. Unser stärkster Nachwuchsringer Kurt Hoffmann erkämpfte sich sogar einen Platz in der deutschen Ländermannschaft und vertrat mehrmals die Farben Deutschlands.“

Dreimal gelangen ihm vor dem Krieg Medaillenränge bei deutschen Meisterschaften. In seinem besten Ringeralter tobte der Zweite Weltkrieg. Aus diesem Krieg heimgekehrt, erkämpfte er nochmals drei gesamtdeutsche Medaillen und insgesamt neun DDR-Meistertitel. Seine erste deutsche Meisterschaftsmedaille (die Bronzemedaille) gewann Kurt Hoffmann, der 1937 alle Einzeltitel im Mittelgewicht im freien Stil errang. Im Jahre 1940 gewann er wieder Bronze, diesmal aber im griechisch- römischen Stil. Im Jahr darauf verteidigte er diese Medaille im Freistil.