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Die Greizer Leitung war nicht untätig, der Nachwuchssportler Manfred Dittmann wurde ins Fliegengewicht gestellt, Ex-Meister Gerhard Lohr beendete seinen Aufenthalt in Berlin und startete wieder für Greiz und der Leipziger Bruno Finzel meldete sich an. So verstärkt, startete die Greizer Mannschaft im November 1952 zur dritten DDRMannschaftsmeisterschaft. In einer Achter-Staffel rang jeder im Hin- und Rückkampf gegen jeden. Die Greizer starteten einen unvergleichlichen Siegeszug. Motor Suhl, Chemie Leuna, Traktor Viernau, der Titelverteidiger Empor Berlin, Union Gelenau, Motor Artern und Motor Zella-Mehlis (6:2) wurden nacheinander in der Vorrunde besiegt. Greiz war klar die Nummer eins in der DDR, auch wenn in der Rückrunde in Suhl mit 5:3 verloren wurde und Viernau ein Remis erkämpfte. Greiz stand schon lange als Meister fest, als man im abschließenden Kampf, ohne dass man Gewicht reduzierte, in Zella-Mehlis nochmals verlor. Vizemeister mit fünf Punkten Rückstand wurde Motor Zella-Mehlis vor Chemie Leuna.
Zu jedem Heimkampf kamen mehr als 1.000 Zuschauer. Die Begeisterung der Anhänger kannte keine Grenzen. Auch zu den Auswärtskämpfen reisten viele Greizer Ringkampfanhänger mit. In Gelenau mussten sie allerdings erleben, dass die Greizer Mannschaft nur mit sieben Ringern antrat. Man hatte vergessen, den wie üblich aus Leipzig angereisten Bruno Finzel in Werdau vom Bahnhof abzuholen. Als man den Irrtum bemerkte, war es zum Umkehren zu spät, doch man gewann auch ohne Bruno. Aber dieser mit klarem Vorsprung errungene zweite DDR-Meistertitel war der Höhepunkt des Greizer Ringkampfsportes. Von nun an gewannen nur noch Sportklubmannschaften den höchsten DDR-Titel. Zur Stammbesetzung der zweiten Greizer Meistermannschaft gehörten Dittmann, Jugold, Lohr, Becker, Finzel, Hoffmann, Mizerski oder Semper und Lässig.
Kaum zu glauben, dass sich die Spannung und die Begeisterung bei den Ringwettkämpfen noch steigern ließen. Aber es war möglich. Was heute im Fußball die Spiele der Champion League sind, waren damals, Anfang der fünfziger Jahre, die Kämpfe um die sogenannte Gesamtdeutsche Meisterschaft gegen die Vereine aus der Bundesrepublik. Diese Wettkämpfe wurden, ähnlich den jetzigen Bundesligakämpfen, in wechselnden Stilarten gerungen. Der Ringkampf war übrigens die erste Sportart, die eine gesamtdeutsche Meisterschaft durchführte. Greiz nahm viermal daran teil. Obwohl die Greizer Zuschauer sehr verwöhnt waren, wurden diese Wettkämpfe der echte Kulminationspunkt im Greizer Ringkampfsport.
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