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Rudi Thümmler kam Anfang der 40er Jahre zum Ringen. Schon als Jugendlicher stellten sich bei ihm die ersten Erfolge ein. Obwohl er während der fünfziger Jahre nicht zur Stammbesetzung der ersten Greizer Mannschaft gehörte, blieb er dem Ringkampf bis zu seinem Lebensende treu. Kaum ein Funktionär des Greizer Sportes hat jemals so viele Aufgaben erfüllt. Rudi war jahrelang Jugendwart, Trainer, Kampfrichter, Kampfrichterobmann des Bezirkes Gera, Mitglied des Bezirksfachausschusses Ringen und vor allem 25 Jahre lang Sektionsleiter der Greizer Ringer. Ihm gebührt das Verdienst, auch in der schwierigsten Zeit für den Greizer Ringkampfsport, in den siebziger Jahren, wo erstmals seit Vereinsgründung keine Mannschaft mehr an Punktekämpfen teilnahm, die Fahne hochgehalten und für den Fortbestand der Sektionen gesorgt zu haben. Man kann ohne Übertreibung sagen, ohne Rudi Thümmler gäbe es heute keine Bundesligakämpfe in Greiz.

Der bisherige Austragungsmodus zur Ermittlung des Mannschaftsmeisters hatte zwar viele Wettkämpfe gebracht, aber die Favoriten waren bei den meisten Wettkämpfen klar vorgezeichnet, ja, Klassenunterschiede traten zutage. Die meisten BSGMannschaften waren nur „Kanonenfutter“ für die Sportklubstaffeln. So wurde aus den Sportklubs eine Staffel der Meisterklasse gebildet, die ihre Mannschaftsmeisterschaften unter sich austrugen. Vergleiche zwischen Clubmannschaften und Teams der Betriebssportgemeinschaften gab es praktisch nicht.

Diese Schranken wurden erst nach dem Fall der Mauer ab September 1990 aufgehoben, als erstmals wieder gemeinsam in der ersten Verbandsliga gerungen wurde.

Für die BSG-Mannschaften wurden 1966 die Oberligen und DDR-Ligen gegründet, die es getrennt nach Stilarten für den klassischen und freien Ringkampf gab. Darunter gab es die Gruppenligen, die den heutigen Landesligen entsprechen. Hier wurde anfangs noch abwechselnd im freien und klassischen Stil gerungen. Freier Ringkampf oder klassischer Stil – die Führung des Deutschen Ringerverbandes der DDR musste bei ihrem allmächtigen Herrn und Meister, dem Sportminister Manfred Ewald, Erfolge vorweisen. Als Mittel dazu sah man in den Chefetagen die Spezialisierung an. Bis dahin wurden in den Gemeinschaften und Clubs beide Stilarten nebeneinander betrieben. Einige Sportler hatten sich auf den klassischen Stil spezialisiert, einige auf den freien, andere betrieben beide Stilarten nebeneinander. Nun mussten sich Klubs und Gemeinschaften für eine Stilart entscheiden.

In Deutschland wurde traditionell der klassische Stil bevorzugt, in der alten Ringerhochburg Greiz war es nicht anders. Die großen Erfolge der fünfziger Jahre wurden im griechisch-römischen Stil erzielt. Nun stand die Spezialisierung bevor. Was tun? Im Sommer 1963 kam der Ex-Greizer Aladar Hepner wieder in seine Heimatstadt zurück. Als Jugendlicher war er zum Sportclub Leipzig delegiert worden. Dort wurde er DDR-Fliegengewichtsmeister. Der SC Leipzig zählte in dieser Zeit zu den stärksten Freistilclubs der DDR. Der Greizer wurde in der Messestadt zu einem hochklassigen Freistilringer ausgebildet. Nun in seine Heimatstadt zurückgekehrt, übernahm er von Otto Arndt das Traineramt der ersten Mannschaft. Eine Hinwendung zur freien Stilart zeichnete sich ab. Als 1966 der Aufstieg in die DDR-Liga (Freistil) geschafft war, zog die Vereinsleitung ohne Wissen der Sportler aus finanziellen Gründen die Mannschaft zurück.